● 1. Kategorie Prolog > ★ 1.d

😊 SEINSZUSTAND 2

(1/1)

★ Ronald Johannes deClaire Schwab:
DER MENSCHLICHE VERSTAND
Es ist eine verbreitete Vorstellung, dass der menschliche Verstand erst in der letzten Generation aufgetreten sei oder so ähnlich. In Wirklichkeit ist der Verstand selbst so alt wie der Organismus. Und laut früheren Vermutungen und Nachweisen, die von dieser neuen Wissenschaft erbracht wurden, ist der Organismus, also der Körper, ziemlich alt. Er geht auf das erste Auftreten von Leben auf der Erde zurück. Zuerst gab es ein physikalisches Universum wir wissen nicht, wie es zustande kam. Und dann, während die Planeten abkühlten, erschien in den Meeren ein bisschen lebende Materie. Dieses bisschen wurde schliesslich zu dem komplizierten, aber immer noch mikroskopisch kleinen Einzeller. Äonen vergingen, und es wurde zu pflanzlicher Substanz. Dann wurde es zur Qualle. Und dann wurde es zur Molluske und erlebte seine Umwandlung zum Krustentier. Schliesslich, als landbewohnendes Tier, entfaltete sich diese eigenartige Kette des Lebens, die einst den Menschen hervorbringen sollte, zu immer komplexeren Formen, zum Gliederfüsser, zum Faultier, zum Menschenaffen, und endlich zum Menschen. Es gab sehr viele Zwischenstufen. Wenn der Mensch sehr materialistisch ist und nur das materielle Universum sieht, gerät er über all das in Verwirrung und wird unsicher. Er versucht zu sagen, dass lebende Organismen einfach soundso viel Lehm sind und zur Gänze Teil des materiellen Universums. Er versucht zu sagen, dass letzten Endes nur der „endlose ProtoplasmaStrom“, der durch die Sexualität von Generation zu Generation weitergegeben wird, von Wichtigkeit ist. Der sehr gedankenlose Mensch wird wahrscheinlich viele Fehler machen, nicht nur in bezug auf den menschlichen Geist, sondern auch in bezug auf den menschlichen Körper. Wir entdecken derzeit, dass die Wissenschaft vom Leben wie die Physik ein Studium von Statik und Bewegung ist. Wir stellen fest, dass das Leben selbst, der lebendige Bestandteil des Lebens, sich mit keinem Wesen im physikalischen Universum vergleichen lässt. Es ist nicht bloss eine andere Form der Energie, oder einfach ein Zufall. Leben ist ein Statik, das aber die Fähigkeit hat, Materie, Energie und Raum zu kontrollieren, zu beleben, zu mobilisieren, zu organisieren und zu zerstören und vielleicht sogar Zeit. Leben ist eine URSACHE, die auf das physikalische Universum als eine WIRKUNG einwirkt. Es gibt jetzt überwältigende Beweise dafür. Im physikalischen Universum gibt es kein wirkliches Statik. Von jedem scheinbaren Statik hat es sich herausgestellt, dass es Bewegung enthält. Aber das Statik des Lebens ist offensichtlich ein echtes Statik. Der grundlegende Text der Axiome dieser neuen Wissenschaft demonstriert das überzeugend. Das Leben begann offenbar mit reiner URSACHE. Mit dem ersten Photon begann es, sich mit Bewegung zu beschäftigen. Und jedesmal, wenn es sich danach mit Bewegung beschäftigte, trug es zu der gesammelten Erfahrung und den Bestrebungen bei, die in einem Körper enthalten sind. Leben ist ein Statik, das physikalische Universum ist Bewegung. Die Wirkung, die von URSACHE auf Bewegung ausgeübt wird, produziert die Kombination, die wir als die Einheit eines lebenden Organismus sehen. Der Gedanke ist keine Bewegung in Raum und Zeit. Der Gedanke ist ein Statik, das eine Vorstellung von Bewegung enthält. So könnte man sagen, dass der erste Gedanke über das physikalische Universum damit begann, dass er zum ersten Mal auf Bewegung stiess. Dieses Statik, ohne Masse, ohne Wellenlänge, Raum oder Zeit zeichnet dennoch Bewegung auf, und ebenso ihre Auswirkungen in Raum und Zeit. Das ist natürlich eine Analogie5. Aber es ist insofern eine besondere Analogie, als es mit den Problemen des Verstandes und physischer Strukturen gründlich aufräumt. Der Verstand ist also kein Gehirn. Ein Gehirn und das Nervensystem sind einfach Leitungen für die Schwingungen des physikalischen Universums. Das Gehirn und die Nervenbahnen haben viel Ähnlichkeit mit einer Schaltzentrale. Und es gibt einen Punkt in dem System, wo die Schwingungen sich in Aufzeichnungen verwandeln. Ein Organismus wird angetrieben durch fortwährende, zeitlose, raumlose bewegungslose URSACHE. Diese Ursache erzeugt Spiegelbilder von Bewegung, oder übernimmt Eindrücke von Bewegung. Diese Eindrücke nennen wir „Erinnerungen“ oder genauer Faksimiles. Ein Faksimile ist, wie Ihr wisst, ein einfaches Wort, das ein Bild von etwas bedeutet, eine Kopie von einem Ding, nicht das Ding selbst. Um uns Verwirrung zu ersparen, und um uns in dieser neuen Wissenschaft diesen Punkt vor Augen zu halten, sagen wir, dass die Wahrnehmungen des Körpers als Faksimiles „gespeichert“ sind. Der Anblick, Geräusche, der Geschmack und all die anderen Wahrnehmungen des Körpers werden als Faksimiles jenes Augenblicks gespeichert. in dem man den Eindruck erhalten hat. Die eigentliche Energie des Eindrucks wird nicht gespeichert. Sie wird schon deshalb nicht gespeichert, weil der Körper nicht genügend molekulare Struktur enthält, um diese Energie als solche zu speichern. Physikalische Energie ist offenbar zu grob für eine solche Speicherung. Ausserdem bestehen die Erinnerungen fort, obwohl die Zelle abstirbt, und existieren offensichtlich für immer. Ein Faksimile von einer Zehe, die man sich gestern verletzt hat, kann heute mit der vollen Kraft des Eindrucks wieder lebendig werden. Alles, was rund um den Körper geschieht, ob er nun schläft oder wach ist, wird als Faksimile aufgezeichnet und gespeichert. Es gibt Faksimiles von allem und jedem, was der Körper jemals wahrgenommen hat gesehen, gehört, gefühlt, gerochen, geschmeckt, erlebt vom ersten Augenblick der Existenz an. Es gibt erfreuliche Faksimiles und gelangweilte Faksimiles, Faksimiles von plötzlichem Tod und raschem Erfolg, Faksimiles von zähem Ringen und schweigendem Verfall. Unter Erinnerungen versteht man normalerweise das Zurückrufen von Daten aus kurz zurückliegenden Zeiten; deshalb verwenden wir das Wort Faksimile, denn während es jenes Ganze ist, von dem Erinnerung ein Teil ist, umfasst das Wort Erinnerung nicht alles, was entdeckt worden ist. Man sollte eine sehr gute Vorstellung davon haben, was ein Faksimile ist. Es ist eine Aufzeichnung der Bewegungen und Situationen des physikalischen Universums, dazu die Schlussfolgerungen des Verstandes, die auf früheren Faksimiles beruhen.
Jemand sieht, wie ein Hund einer Katze nachjagt. Lange Zeit, nachdem Hund und Katze verschwunden sind, kann er sich immer noch daran erinnern, dass ein Hund eine Katze gejagt hat. Während das Geschehen abgelaufen ist, hat er die Vorgänge gesehen, die Geräusche gehört, hat er vielleicht sogar den Hund oder die Katze gerochen. Während er zugesehen hat, hat sein eigenes Herz geschlagen, war der Salzgehalt seines Blutes soundso hoch; das Gewicht seines eigenen Körpers und die Stellung seiner Gelenke, das Gefühl seiner Kleider, die Berührung der Luft auf der Haut alle diese Dinge wurden ebenso lückenlos aufgezeichnet. Alles das zusammen ergibt ein komplettes Faksimile. Nun könnte man sich ganz einfach die Tatsache ins Gedächtnis rufen, dass man gesehen hat, wie ein Hund eine Katze gejagt hat. Das wäre Erinnern. Oder man könnte sich auf die Sache konzentrieren und vorausgesetzt, man ist in guter geistiger Verfassung man könnte abermals den Hund und die Katze sehen, könnte sie hören, könnte die Luft auf seiner Haut fühlen, die Stellung seiner Gelenke, das Gewicht seiner Kleidung. Man könnte die Erfahrung ganz oder zum Teil wiedergewinnen. Das heisst, man könnte sich ganz oder zum Teil den „Datenspeicher“ ins Bewusstsein rufen das komplette Faksimile des Augenblicks, als ein Hund eine Katze jagte. Man muss nicht unter Drogen stehen oder hypnotisiert sein oder an etwas glauben, um das zu tun. Menschen benützen diesen Rückruf auf mancherlei Arten, ohne von dieser Wissenschaft auch nur das geringste zu wissen. Sie nehmen an, dass „jeder das tut“. Ein Mensch mit einem guten Gedächtnis ist nichts anderes als ein Mensch, der seine Faksimiles mit Leichtigkeit wiedergewinnen kann. Ein kleines Kind lernt in der Schule heutzutage durch Wiederholung. Das ist nicht notwendig. Wenn es gute Noten bekommt, dann liegt das meist daran, dass es ganz einfach das Faksimile jener Textseite, über die es geprüft wird, „ins Gedächtnis“ zurückholt das heisst, in sein Bewusstsein. Während man durchs Leben geht, zeichnet man vierundzwanzig Stunden pro Tag die Umwelt auf; wach oder im Schlaf, während man Schmerzen leidet, während der Narkose, ob man glücklich ist oder unglücklich. Diese Faksimiles werden gewöhnlich mit allen Wahrnehmungen aufgezeichnet, das heisst mit jedem Sinneskanal. Fehlt einem Menschen ein Sinneskanal, wie zum Beispiel im Fall von Taubheit, dann fehlt auch der entsprechende Teil des Faksimiles. Ein vollständiges Faksimile ist eine Art von dreidimensionalem Farbfilm mit Geräusch und Geruch und allen anderen Wahrnehmungen. Dazu kommen noch die Schlussfolgerungen oder Mutmassungen des Individuums. Vor vielen Jahren bemerkte einmal jemand, der Studien über den Verstand betrieb, dass Kinder die Gabe hatten, in der Erinnerung zu sehen und zu hören, was sie in Wirklichkeit gesehen und gehört hatten. Und es wurde festgestellt, dass die Fähigkeit nicht erhalten blieb. Die Angelegenheit wurde nicht weiter verfolgt ja, diese Studien waren so unbekannt, dass nicht einmal ich während der frühen Stadien meiner Arbeit etwas darüber wusste.
Wir wissen mittlerweile eine ganze Menge über diese Faksimiles warum sie von den meisten Menschen nicht mit Leichtigkeit zurückgewonnen werden, wenn sie erwachsen werden; wie sie sich verändern; wie die Phantasie beginnen kann, sie von neuem hervorzubringen, zum Beispiel im Fall der Halluzination, oder im Traum.

Navigation

[0] Themen-Index

Zur normalen Ansicht wechseln