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Glücklich sein?!

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★ Ronald Johannes deClaire Schwab:
Ist es möglich, glücklich zu sein?
Sehr viele Menschen fragen sich, ob die Hälfte von uns in dieser modernen, hetzenden Welt überhaupt glücklich existiert.
Sehr oft kann eine Person eine Million Dollar haben, kann alles besitzen, was ihr Herz anscheinend begehrt – und dennoch ist er oder sie unglücklich. Nehmen wir z.B. jemanden, der sein ganzes Leben gearbeitet hat; er oder sie hat schwer gearbeitet und eine grosse Familie aufgezogen. Er oder sie hat sich auf jene Zeit seines Lebens gefreut, wo er oder sie sich endlich zur Ruhe setzen kann, glücklich und fröhlich sein kann und eine Unmenge Zeit haben wird für all die Dinge, die er oder sie immer tun wollte; dann sehen wir ihn, nachdem er oder sie sich zur Ruhe gesetzt hat, und ist er oder sie glücklich?
Nein. Er oder sie sitzt da und denkt an die guten alten Tage, als er oder sie schwer arbeitete. Unser Hauptproblem im Leben ist Glücklichsein, aber  ich werde ihnen gleich mehr dazu sagen. Die Welt mag vielleicht oder vielleicht auch nicht als eine glückliche Welt geplant sein. Vielleicht ist es für Sie nicht möglich, in dieser Welt glücklich zu sein, und trotzdem haben fast alle von uns das Ziel, über ihr Dasein glücklich und fröhlich zu sein.
Wie Sie wissen, schauen wir sehr oft auf die Welt um uns herum und stellen fest, dass niemand hier glücklich sein könnte. Wir sehen das schmutzige Geschäft vom Krieg und das Geschirr im Abwaschbecken, das Auto, das eine neue Lackierung braucht, und die Tatsache, dass wir eine neue Gasheizung benötigen. Wir brauchen einen neuen Mantel, neue Schuhe, oder wir wollen einfach nur bessere Schuhe. Folglich, wie könnte irgend jemand überhaupt glücklich sein, wenn man in Wirklichkeit nicht alles haben kann, was man möchte? Man ist nicht imstande, all die Dinge zu tun, die man gerne tun möchte und daher erlaubt diese Umgebung einer Person nicht, so glücklich zu sein, wie sie sein könnte. Nun, ich möchte Ihnen etwas Komisches sagen: Zahlreiche Philosophen haben dies viele, viele Male gesagt, aber die Wahrheit in dieser Sache ist, dass alles Glück, das Sie jemals finden, in Ihnen selbst liegt.
Erinnern Sie sich, als Sie vielleicht fünf Jahre alt waren: Sie gingen hinaus in den Morgen und sahen den Tag an, und es war ein sehr, sehr schöner Tag. Sie schauten auf die Blumen, und es waren sehr wunderschöne Blumen.
Fünfundzwanzig Jahre später stehen Sie am Morgen auf, schauen auf die Blumen – sie sind verwelkt. Der Tag ist kein glücklicher Tag. Nun, was hat sich verändert? Sie wissen, es sind die gleichen Blumen, es ist die gleiche Welt. Etwas muss sich verändert haben; wahrscheinlich waren Sie es. Ein kleines Kind bezieht tatsächlich sein ganzes »Wie« des Lebens aus der Anmut, die es dem Leben verleiht. Es weht einen Zauber auf die Dinge und lässt draussen in der Gesellschaft alle möglichen interessanten Dinge entstehen. Hier sieht man diesen grossen, starken Kerl auf seinem Eisenross die Strasse hinauf – und hinunterreiten, und Junge, was gäbe er oder sie darum, ein Polizist zu sein. Er oder sie wäre unheimlich gern Polizist. Und fünfundzwanzig Jahre später schaut er oder sie auf den Polizisten, der die Strasse hinauf und hinunterfährt, überprüft seinen Tacho und sagt: »Diese verdammten Bullen!
Nun, was hat sich hier verändert? Hat sich der Polizist verändert? Nein. Nur die Einstellung ihm gegenüber. Die Lebenseinstellung einer Person macht jeden erdenklichen Unterschied in ihrem Leben aus. Sie wissen, dass Sie nicht tausend alte Bücher zu studieren brauchen um diese Tatsache zu entdecken. Aber manchmal muss wieder darauf hingewiesen werden, das Leben verändert sich nicht so sehr wie Sie. Vielleicht gab es einmal eine Zeit, als Sie daran dachten, verheiratet zu sein, ein schönes Heim und eine hübsche, kleine Familie zu haben. Alles wäre bestens. Der Ehemann oder Ehefrau käme nach Hause. Sie oder er würden das Abendessen servieren und jeder wäre mit allem glücklich und dann haben Sie geheiratet und möglicherweise entwickelte es sich nicht ganz so. Irgendwie kommt er oder sie spät nach Hause, er oder sie hatte einen Streit mit dem Chef und er oder sie fühlt sich nicht gut. Er oder sie möchte nicht ins Kino gehen, und er oder sie sieht nicht ein, dass Sie überhaupt irgendwelche Arbeit haben; schliesslich sitzen Sie den ganzen Tag zu Hause und tun nichts absolut nichts, und Sie wissen, dass auch er oder sie nichts arbeitet. Er oder sie wird nicht mehr im Haus gesehen. Er oder sie ist weg. Später am Abend kommt er oder sie zurück, und darüber könnte ein ganz schöner Streit ausbrechen. In Wirklichkeit arbeiten sie beide ziemlich destruktiv hart.
Nun gut, was machen wir mit solch einer Situation? Machen wir einfach mit der Ehe Schluss? Oder zünden wir das ganze Haus an? Oder was weiss ich? Oder zu Mutter nach Hause gehen? Oder was machen wir? Nun, es gibt sehr viele Dinge, die wir tun könnten und das Geringste davon ist, einen Blick auf die Umgebung zu werfen. Schauen Sie sich einfach um und sagen Sie: „Wo bin ich? Was tue ich hier?“ Dann, nachdem Sie herausgefunden haben, wo Sie sind, versuchen Sie herauszufinden, wie Sie das ein bisschen wohnlicher machen können. Von dem Tag an, an dem Sie aufhören, Ihre eigene Umwelt aufzubauen, an dem Sie aufhören, die Dinge mit einem Zauber zu umgeben und allem um Sie herum mit Zauber und Schönheit Anmut zu verleihen, hören Dinge auf, zauberhaft zu sein, hören Dinge auf, schön zu sein. Andere Menschen suchen das Glück auf verschiedenen Wegen. Sie suchen es hektisch, als sei es eine Art Mechanismus, der existiert – vielleicht ist es eine kleine Maschine, vielleicht hat man sie im Schrank abgestellt, vielleicht liegt das Glück unten an der nächsten Strassenecke oder irgendwo anders. Sie suchen nach etwas, aber das Merkwürdige ist, sie finden nur dann jemals etwas, wenn sie es vorher dort hinsetzen.
Nun, dies klingt nicht sehr einleuchtend, aber es ist sehr wahr. Jene Menschen, die über das Leben unglücklich geworden sind, sind einzig und allein deshalb über das Leben unglücklich, weil das Leben nicht mehr von ihnen ehrlich erschaffen wird. Hier haben wir den einzigen Unterschied zwischen den Menschen. Wir erleben hier ein menschliches Wesen, das unglücklich ist, dem es elend geht, das im Leben nicht vorankommt, das krank ist und welches keine Freude und Lebenslust sieht. Das Leben handhabt, kontrolliert, verändert und gestaltet diesen Menschen.
Dann haben wir jemanden, der glücklich ist, der fröhlich ist, der stark ist, der an den meisten Dingen Vergnügen findet – und was entdecken wir bei dieser Person? Wir finden heraus, dass sie das Leben ehrlich gestaltet. In Wirklichkeit gibt es hier einen einzigen Unterschied: Gestalten Sie das Leben, oder gestaltet das Leben Sie. Bei sorgfältiger Untersuchung werden Sie erkennen, dass eine Person aufgehört hat, das Leben zu gestalten, weil sie selbst beschlossen hat, dass das Leben nicht gestaltet werden kann. Ein Versagen, irgendein kleines Versagen – vielleicht nicht mit der gleichen Klasse die Schule abzuschliessen, oder vielleicht jener Misserfolg, nicht den ersten Mann oder die erste Frau zu heiraten, die man traf und die begehrenswert schienen oder vielleicht der Fehlschlag, ein Auto verloren zu haben oder einfach irgendeine kleine Sache im Leben verursachte diese Einstellung.
Eines Tages sah sich jemand um und sagte: »Ja, ich hab’ verloren.« Und danach gestaltet das Leben ihn. Er oder sie gestaltet das Leben nicht mehr. Das wäre nun eine sehr kritische Situation, könnte nichts dagegen getan werden; aber Tatsache ist, dass dies das leichteste Problem aller Probleme ist, denen der Mensch ins Auge sieht; sich selbst und die  Einstellung der ihn umgebenden Personen zu ändern. Es ist sehr, sehr einfach, jemandes Einstellung zu ändern. Dennoch sind Sie völlig abhängig von anderer Leute Einstellungen; jemandes Einstellung Ihnen gegenüber kann den Erfolg oder Misserfolg Ihres Lebens bestimmen.
Ist Ihnen je der Gedanke gekommen, dass Ihr Zuhause durch die Einstellung, die der andere Ihnen gegenüber hat, zusammengehalten wird?
Es gibt hier also tatsächlich zwei Probleme. Sie müssten zwei Einstellungen ändern: Ihre Einstellung jemand anderem gegenüber und die Einstellung der anderen Ihnen gegenüber. Nun, gibt es Methoden, um das zu erreichen? Ja, glücklicherweise gibt es sie. Viele, viele Jahrhunderte lang hat der Mensch sich nach dem Wissen gesehnt, wie er oder sie seine eigene Meinung und den eigenen Zustand sowie die Meinung und den Zustand seiner Mitmenschen verändern kann. Tatsächlich hatte sich die Neigung des Menschen dazu bis vor relativ wenigen Jahren zunehmend vergrössert. Aber wir machen die Welt zu einer sich sehr schnell bewegenden Welt. Wir machen die Welt zu einer Welt, wo jederzeit Zauberei möglich ist und geschieht. Der Mensch versteht jetzt sehr viel vom Universum, in dem er oder sie lebt, was er oder sie vorher nie verstanden hatte. Zu den Dingen, die er oder sie jetzt versteht, gehört der menschliche Geist. Der menschliche Geist ist kein ungelöstes Problem. Die Psychologie des 19. Jahrhunderts löste das Problem nicht, aber das bedeutet nicht, dass es nicht gelöst worden ist. In neuerer Zeit ereignen sich überall in diesem Land und auf anderen Kontinenten der Erde die interessantesten Wunder. Woraus bestehen diese Wunder? Sie bestehen daraus, dass Menschen gesund werden, die zuvor krank waren. Sie bestehen daraus, dass Menschen, die unglücklich waren, wieder glücklich werden. Sie bestehen aus der Abschaffung der Gefahr, die vielen Krankheiten und vielen Zuständen des Menschen innewohnt. Doch die Antwort war die ganze Zeit bei den Menschen. Der Mensch war imstande, hinauszugreifen und diese Antwort zu finden; deshalb vielleicht musste der Mensch sich selbst ändern. Vielleicht musste er oder sie in die moderne Zeit vordringen, um herauszufinden, dass das physikalische Universum nicht aus Dämonen und Geistern zusammengesetzt war, um seinen Aberglauben und die Unwissenheit seiner Vorfahren zu überwinden. Vielleicht musste er oder sie all das tun, einschliesslich der Erfindung der Atombombe, bevor er oder sie sich endlich selbst finden konnte.
Nun, er oder sie hat das physikalische Universum jetzt ziemlich gut gemeistert. Das physikalische Universum ist für ihn jetzt kein Problem mehr, er kann vieles damit machen. Nachdem er oder sie es erobert  hat, kann er oder sie jetzt sich selbst erobern. Die  Wahrheit  ist, er oder sie hat sich selbst erobert. Die Wissenschaft entstand aufgrund des vermehrten Wissens eines Menschen über Energie, Zeit und Raum. Der Mensch kam in den Besitz von mehr Information über das Universum, als er jemals zuvor in seiner ganzen Geschichte hatte. Im Zusammenhang damit gelangte er oder sie in den Besitz von Informationen über die Energie, die sein eigener Verstand ist. Der Körper ist ein Energiemechanismus. Natürlich  könnte jemand, der Energie nicht handhaben kann, keinen  Körper handhaben. Er wäre müde, er wäre verstimmt, er wäre unglücklich, er schaut sich um und findet nichts als andere Energie. Wenn er sehr viel über Energie wüsste, insbesondere über seine eigene Energie und über den  Raum, der ihn umgibt, die Zeit die geht und läuft, würde er oder sie sich natürlich kennen.
Und das war letzten Endes seit vielen tausend Jahren sein Ziel sich selbst zu kennen.

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