Buddha lehrte

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Ronald Schwab
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Buddha lehrte

Ungelesener Beitrag von Ronald Schwab » Sa 17. Okt 2020, 16:56

Buddha gehört zu den weisesten Menschen in der Geschichte.
In seinem Leben schenkte er uns viele inspirierende Weisheiten.
Die schönsten Buddha Zitate findest du hier.


Siddhartha Gautama lehrte als Buddha (der Erwachte) und Begründer des Buddhismus. Seine Lebensgeschichte ist überaus inspirierend. Aufgewachsen in einem Palast am Rande des Himalayas, entschied sich Gautama, sein behütetes Leben aufzugeben und nach dem Sinn zu suchen und die Wahrheit zu finden.
Im Alter von 35 Jahren schließlich, nach vielen Jahren der Suche und Meditation, kam ihm unter einem Feigenbaum nachts das Erwachen. Ab da an begann Gautama seine Weisheiten zu teilen und als Lehre zu verbreiten.
Der Buddhismus ist eine der ältesten Religionen und entstand in Indien mehrere Jahrhunderte vor Christus. Mit etwa 460 Millionen Anhängern ist er nach Christentum, Islam und Hinduismus als Weltreligion anerkannt.
Buddhistische Lehren sind geprägt von den Weisheiten des Buddha. Wir stellen dir schöne Buddha-Sprüche zu Themen wie etwa Glück, Leid und Liebe vor, die im modernen Alltag mehr denn je Klarheit und Zufriedenheit stiften.
Buddha Zitate: Glück
Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklichsein ist der Weg.
Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen.
Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment.
Lerne loszulassen. Das ist der Schlüssel zum Glück.
Niemand rettet uns außer wir selbst. Wir müssen selbst den Weg gehen.
Wir sind, was wir denken. Alles, was wir sind, entsteht aus unseren Gedanken. Mit unseren Gedanken formen wir die Welt.
Gib es auf zu gewinnen – und finde das Glück.
Jeder Tag ist ein guter Tag.
Der Geist ist durch seine Aktivität der leitende Architekt des eigenen Glücks und Leidens.
Alles Glück dieser Welt entsteht aus dem Wunsch, dass andere glücklich sein mögen.
Buddha Zitate: Leid
Was wird, vergeht.
Der Mensch leidet, weil er Dinge zu besitzen und zu behalten begehrt, die ihrer Natur nach vergänglich sind.
So wie der Acker verdorben wird durch Unkraut, wird der Mensch verdorben durch seine Gier.
Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, mit Ungeliebten vereint sein, von Geliebten getrennt sein, nicht erreichen, was man begehrt – all das ist Leiden.
Jedes Leben hat ein Maß an Leid. Manchmal bewirkt eben dieses unser Erwachen.
Vergänglichkeit ist das Merkmal eines jeden Umstandes, einer jeden Situation, auf die du treffen wirst. Alles wird sich verändern, es wird verschwinden oder es wird dich nicht länger befriedigen.
Buddha Zitate: Menschen und Leben
Wenn du ein Problem hast, versuche es zu lösen. Kannst du es nicht lösen, dann mache kein Problem daraus.
Das Geheimnis des außerordentlichen Menschen ist in den meisten Fällen nichts als die Konsequenz.
Der Weg liegt nicht im Himmel. Der Weg liegt im Herzen.
Das beste Gebet ist Geduld.
Gut zu reisen ist besser als anzukommen.
Alles was wir jetzt sind, ist das Resultat unserer Gedanken.
Niemals in der Welt hört Hass durch Hass auf. Hass hört durch Liebe auf.
Das Problem ist, du glaubst, du hast Zeit.
Tu was du willst, aber nicht, weil du musst.
Der Geist ist alles. Was du denkst, das wirst du.
Was du denkst, bist du. Was du bist, strahlst du aus. Was du ausstrahlst, ziehst du an.
Liebe zu allen Wesen ist wahre Religion.
Der Zimmermann bearbeitet das Holz. Der Schütze krümmt den Bogen. Der Weise formt sich selbst.
Es nützt nichts, ein guter Mensch zu sein, wenn man nichts tut.

Was der Buddha ursprünglich lehrte
Der historische Buddha wurden im 6. Jahrhundert (vermutlich 563 - 483) v. Chr. in Nordindien (heute Nepal) als Prinz geboren. Sein Name war Siddhartha Gautama (Pali: Siddhattha Gotama).
Buddha ist ein Ehrentitel und bedeutet der „Erwachte“. Mit 35 Jahren erlangte er die Erleuchtung. In tiefer Versenkung (Meditation) erwachte er aus der Illusion von Ich und Mein in der Welt und erkannte, welchen Gesetzmäßigkeiten die Welt und alle Wesen darin unterliegen.
Dabei stiegen drei Wissen (Tivijja) über unser Dasein in ihm auf, welche zur Grundlage für seine Lehre werden sollten:
(1) Das besondere Wissen, mit dem er in der Lage war, unzählige seiner frühere Existenzen (Wiedergeburten) auf allen Ebenen des Seins, in den unterschiedlichsten Daseinsformen (physisch formhaft, feinstofflich formhaft u. ohne spezifische Form), zu sehen. Soweit er auch zurückschaute, er konnte dabei keinen Anfang finden;
(2) Das besondere Wissen, mit dem er in der Lage war zu sehen, wie die Wesen gemäß den Ursachen aus früheren Leben (Karma), immer wieder in Erscheinung treten (Wiedergeburt). Er konnte dies in allen Details nachvollziehen und erkannte dabei, welche Auswirkungen heilsame wie unheilsame Taten (Willensregungen) in Gedanken, Worten und Werken haben;
(3) Das besondere Wissen, mit dem er in der Lage war zu sehen, dass es das im Nicht-Wissen (Avijja) um die „Vier edlen Wahrheiten“ über Dukkha wurzelnde Verlangen (Tanha) nach bedingtem Dasein (Bhava) zum Zwecke sinnlichen Erlebens (Kāma) ist, welches immer wieder neue Daseinsgrundlagen (Körper und Geist) entstehen lässt, an denen wir haften und uns damit identifizieren.
Aufgrund dieser Erleuchtungserfahrung formulierte er die „Vier edlen Wahrheiten“ und die Lehre vom „Bedingten Entstehen und Vergehen“, welche die Grundlage bilden, um zum Ende vom Dukkha, dem Ende der Wiedergeburten, Nirvana, zu gelangen:
„Weil die vier Edlen Wahrheiten nicht verstanden und begriffen werden, o Mönche, mußten wir, sowohl ihr als auch ich, so lange (seit anfangsloser Zeit) auf diesem mühevollen Weg (Daseinskreislauf) wandern! (DN 16)
Mit Erreichen des „Rechten Wissens“ das zur „Rechten Befreiung“ aus dem anfangslosen Kreislauf der Wiedergeburten (Samsara) führt, wurde Siddhartha Gautama zu Buddha, dem Erwachten. Dies war der letzte Schritt zur Befreiung des Herzens (Citta) von Gier und Hass (Cetovimutti), sowie der Verblendung durch Weisheit (Pannavimutti). Es war die Frucht all seiner Bemühungen:
Der Pfad zum Erreichen von Nirvana für alle Wesen war gefunden!
Der Buddha erklärt in seiner ersten Lehrrede an die fünf ehemaligen Asketen-Gefährten, dass leidvolle Erfahrungen (Dukkha) in einer Welt, in der Dinge und Lebewesen der Unbeständigkeit und Vergänglichkeit (Anicca) unterliegen, nicht zu vermeiden sind, wenn wir diese zu Ich und Mein machen. Denn alles, was entsteht, muss auch wieder vergehen!
(Anuradha Sutta - SN 44,2)
„Nur eines lehre ich, jetzt wie früher: Dukkha und das Ende von Dukkha.“
Die „Vier edlen Wahrheiten“ über Dukkha beschreibt er wie folgt:
Saṃyutta Nikaya 56
Wahrheit
11. Vom Vollendeten Gesprochenes
„Dies nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit vom Leiden (Dukkha):
(der Buddha beschreibt zunächst leidvolle Lebensumstände, wohlwissend, dass es auch freudvolle Erfahrungen (Sukha) gibt, die jedoch nicht von Dauer sind)
Geburt ist Leiden, Alter ist Leiden, Krankheit ist Leiden, Sterben ist Leiden,
Kummer, Jammer, Schmerz (physisch), Trübsinn (psychisch) und Verzweiflung sind Leiden;
vereint sein mit Unliebem (was uns nicht gefällt) ist Leiden, getrennt sein von Liebem (was uns gefällt) ist Leiden;
was man verlangt, nicht erlangen (unerfüllte Wünsche), ist Leiden.
(es ist dieses Lebewesen, Körper und Geist nebst dem daraus resultierenden Bewusstsein, was die Grundlage für leidvolle Erfahrungen ist)
Kurz gesagt: Die fünf Gruppen des Ergreifens (Körper, Gefühl, Wahrnehmung, Gestaltungen u. Bewusstsein) sind Leiden.
Dies nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von der Leidensentwicklung (dukkha-samudaya): Es ist dieser Durst (tanha), der zur Wiedergeburt führende (ponobbhavikā), mit Erfreuen und Lust verbundene, hier und dort sich ergötzende, nämlich der sinnliche Durst (kāma-taṇhā), der Werdensdurst (bhava-taṇhā), der Nicht-Werdensdurst (vibhava-taṇhā).
Dies nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von der Leidensauflösung (dukkha-nirodha): Es ist eben dieses Durstes restlose Entreizung und Auflösung, von ihm zurücktreten, sich davon lösen, sich von ihm befreien, nicht mehr an ihm haften.
Dies nun, ihr Mönche, ist die edle Wahrheit von dem zur Leidensauflösung führenden Vorgehen:
Es ist eben dieser edle achtfältige Pfad, nämlich
(Sichtweise)
1. Rechte Ansicht - samma diṭṭhi
2. Rechte Gesinnung - samma saṅkappa
(Ethik)
3. Rechte Rede - samma vācā
4. Rechtes Handeln - samma kammanta
5. Rechte Lebensführung - samma ājīva
(Geisteschulung)
6. Rechte Anstrengung - samma vāyama
7. Rechte Achtsamkeit - samma sati
8. Rechte Sammlung - samma samadhi.“
Unter Einbeziehung der Lehren des Buddha vom „Bedingten Entstehen“ sowie der „Drei Daseinsmerkmale“ können die „Vier Edlen Wahrheiten“ auch wie folgt beschrieben werden:
(1) Alle Erfahrungen, auf allen bedingten Daseinsebenen, sind aufgrund von Anicca (Unbeständigkeit und Vergänglichkeit aller Dinge und Lebewesen) unbefriedigend und früher oder später durch Anhaftung daran (Sinnes- u. Geistobjekte) bzw. Identifikation damit (Daseinsgrundlagen), sogar leidvoll (Dukkha).
(2) Die Erfahrung von Dukkha ist allein der Tatsache geschuldet, dass wir aufgrund von Nicht-Wissen (Avijja) bzw. Nicht-Verstehen (wollen) der „Vier edlen Wahrheiten“ über Dukkha, getrieben vom Durst nach Werden (Bhava-Tanha) zum Zwecke sinnlichen Erlebens (Kama-Tanha), mittels Daseinsgrundlagen (Körper und Geist) überhaupt in Erscheinung treten.
(3) Das Ende von Dukkha (Nirvana) wird erreicht durch die Überwindung dieses Durstes (Tanha), durch restlose Entreizung und Auflösung, von ihm zurücktreten, sich davon lösen, sich von ihm befreien, nicht mehr an ihm haften. Es ist das „Rechte Wissen“ (Weisheit des Buddha-Dhamma) welches zur „Rechten Befreiung“, dem Loslassen allen bedingten Werdens (Ende der Wiedergeburten), führt.
(4) Der zum Ende von Dukkha führende „Edle achtfachen Pfad“ der Geistesschulung (Sila, Samadhi u. Panna). Durch diesen Weg der Schulung des Herzens (Gemüt) des Buddha sind wir in der Lage, alle Triebe (Unwissenheitstrieb, Werdenstrieb u. Sinnentrieb) zu überwinden, die sich in Gier (Verlangen), Hass (Abneigung) und Verblendung (falsche Ansichten) äußern und die Befreiung des Herzens (cetovimutti) durch Weisheit (pannavimutti) zu erlangen:
„Unerschütterlich ist meine Befreiung (vimutti).
Dies ist die letzte Geburt (jāti).
Und nicht mehr gibt es Wieder-Werden (punabbhavo)“
In den 45 Jahren seiner Lehrtätigkeit, bis zu seinem Parinirvana (das Ende des bedingten Daseins), ging es ihm einzig darum, seinen Schülern diesen Weg der Befreiung aufzuzeigen. Dazu ist es unabdingbar Dukkha wirklich verstanden zu haben:
Wir machen nur deshalb leidvolle Erfahrungen, weil wir mittels bedingter Daseinsgrundlagen, gemäß den karmischen Dispositionen, in Erscheinung getreten sind, und uns damit identifizieren. Um uns davon zu lösen empfiehlt der Buddha diese daher wie folgt zu betrachten:
„Das ist nicht mein; das bin ich nicht; das ist nicht mein Selbst“!
Das Ende von Dukkha wird erreicht, durch die Aufhebung der Bedingungen, die zu einer Existenz im Daseinkreislauf (Samsara) führen. Diese beschreibt der Buddha in seiner Lehre des Bedingten Entstehens und Vergehens (Paticcasamuppada) wie folgt:
MV.I.01 - Bodhikathā - Die Erwachung
„Durch die restlose Auflösung und Vernichtung des Nicht-Wissens (Avijja) kommt es zu keinen Gestaltungen (Sankhara),
durch die Auflösung der Gestaltungen (Willensregungen in Bezug auf bedingtes Dasein zum Zwecke sinnliche Erlebens) entsteht kein Bewußtsein.
durch die Auflösung des Bewußtseins (Vorstellung von ICH und Mein in der Welt) entsteht kein Geist und Körper (Nama-Rupa),
durch die Auflösung von Geist und Körper (Daseinsgrundlagen) entsteht keine sechsfache Sinnesfähigkeit,
durch die Auflösung der sechsfachen Sinnesfähigkeit (5 Sinne u. Denken) entsteht kein Kontakt,
durch die Auflösung des Kontakts (Bewusstwerdung der Sinnes- u. Geistobjekte beim Kontakt der Sinne mit Sinnesobjekten sowie dem Geist mit den Geistobjekten) entsteht kein Gefühl,
durch die Auflösung des Gefühls (angenehm, unangenehm oder indifferent) entsteht kein Durst,
durch die Auflösung des Durstes (Verlangen u. Abneigung) kommt es zu keinem Ergreifen,
durch die Auflösung des Ergreifens (von Sinnes- u. Geistobjekten sowie Daseinsgrundlagen) kommt es nicht zum Werden,
durch die Auflösung des Werdens (in einem der Daseinsbereiche gemäß den karmischen Dispositionen) kommt es nicht zu Geburt,
durch die Auflösung der Geburt (in Erscheinung treten) kommt es nicht zu Alter, Tod, Kummer, Jammer, Schmerz, Leid und Verzweiflung (Dukkha).
In dieser Weise vergeht die ganze Leidensgruppe (gemeint sind die bedingten Daseinsgrundlagen/Khandha: Körper und Geist nebst dem daraus resultierenden Bewusstsein. Es kommt zu keiner erneuten Wiedergeburt mehr).“
Ist das Nicht-Wissen (Avijja) durch das „Rechte Wissen“ (Weisheit des Buddha-Dhamma) überwunden, kommt es auch zu keinen Willensregungen (Sankhara) mehr in Bezug auf ein bedingtes Dasein (Werdenstrieb) zum Zwecke sinnliches Erleben (Sinnentrieb). Körper und Geist treten nicht mehr erneut in Erscheinung. Damit fehlt auch dem dadurch bedingten Bewusstsein (Erleben) von „Ich und Mein“ in der Welt die Grundlage, da es nur bedingt durch Körper und Geist, beim dem Kontakt der Sinne mit den Sinnesobjekten sowie dem Geist mit den Geistobjekten, entsteht:
Das ist die Befreiung des Herzens (Gemüt) durch Nicht-Anhaftung (Sinnes- u. Geistobjekte); das Ende des Werdens (Wiedergeburten): Nirvana!
Was versteht man unter Nirvana?
Das Nirvana bezeichnet das Endziel alles buddhistischen Strebens, das restlose Erlöschen des aus Nicht-Wissen (Unwissenheitstrieb) um die vier edlen Wahrheiten über Dukkha, in Gier (Verlangen), Haß (Abneigung) und Verblendung (falsche Ansichten) sich äußernden Sinnentriebes, das Leben bejahenden und sich krampfhaft daran klammernden Werdenstriebes, und damit die endgültige, restlose Befreiung von allem künftigen Wiedergeborenwerden, Altern und Sterben, Leiden und Elend.
„Dies ist Friede (Etam santam),
dies ist erhaben (etam panitam),
nämlich:
aller Willensregungen Stillstand (sabba-sankhāra-samatha),
aller Daseinsgrundlagen Entledigung (sabb-upadhi-patinissaggo),
des Durstes Versiegung (tanhā-k-khaya),
die Begierdelosigkeit (virāga: nichts mehr daran finden),
das Aufhören (nirodha: des Werdens),
Nibbāna.“
Es gilt zwei Nirvana-Aspekte zu Unterscheiden:
(1) kilesa-parinibbāna (Aufhören von Gier, Hass und Verblendung)
(2) khandha-parinibbāna (Aufhören der Daseinsgruppen: Körper und Geist nebst Bewusstsein)
Ersterer wird verwirklicht bei Erreichung der vollkommenen Heiligkeit oder Arahatschaft (ariya-puggala), letzterer beim Tode des Heiligen. Er besteht somit im Zurruhekommen, besser gesagt, Sich-nicht-mehr-Fortsetzen des bedingten Bewusstseins von Ich und Mein in der Welt mittels Körper und Geist. Im Parinirvana vergeht für den Arahant die bedingte Welt und für die Welt vergeht der Arahant. Das Unbedingte, Nirvana wird erfahren!
Mit Dukkha ist nicht bloß das Empfinden der Unzulänglichkeit und Leidhaftigkeit unseres bedingten Seins gemeint, sondern auch das potentielle unbefriedigt sein, das 'Dem-Dukkha-Ausgesetztsein' oder das 'Dem-Dukkha-Unterworfensein.
Es ist schlicht die Tatsache, dass wir im Daseinskreislauf (Samsara) mittels Daseinsgrundlagen (Körper und Geist) in Erscheinung treten, die uns Dukkha erfahren lässt. In den niederen Daseinsbereichen erleben wir sehr viel Dukkha (Leid); im menschlichen Bereich eher eine Mischung aus Dukkha und Sukkha (Glück, Freude); in den himmlischen und göttlichen Bereichen überwiegend Sukkha. Doch auch dort kommt es irgendwann zu Dukkha, nämlich dann, wenn das positive Karma aufgebraucht wurde, das zu einer Existenz in diesen Bereichen geführt hat.
Wir erleben Dukkha, weil wir aufgrund von Nicht-Wissen (Avijja) um die „Vier edlen Wahrheiten“ über Dukkha, getrieben vom Durst nach Dasein und sinnlichem Erleben, sowie dem ergötzen daran anhaften (Upadana) und immer wieder gemäß den karmischen Dispositionen, auf der Suche nach angenehmen Empfindungen (Sukkha), in Erscheinung treten.
In den im Pali-Kanon überlieferten Lehrreden des Buddha wird Dukkha als eines der drei Daseinsmerkmale (Anicca, Dukkha u. Anatta) und als die erste der „Vier Edlen Wahrheiten“ (Ariyasācca) genannt. Dukkha kann nicht therapiert oder vermieden werden. Dukkha ist im Daseinkreislauf (Samsara) letztlich unvermeidlich. Wir negieren diese Tatsache jedoch und versuchen die Lebensumstände so zu gestalten, dass wir möglichst nicht damit in Berührung kommen. Das ist aber nur zeitweilig möglich. Spätestens im letzten Abschnitt unseres Lebens erfahren wir Alter, Krankheit und Tod. Daher liegt das Problem einzig darin, dass wir bedingt durch den im Nicht-Wissen (Avijja) wurzelnden Durst (Tanha) überhaupt in einer Welt, die der Unbeständigkeit und Vergänglichkeit unterliegt, in Erscheinung treten!
Hätten wir die drei Daseinsmerkmale verstanden (Rechtes Wissen erlangt), würden wir nicht mehr nach einem bedingten Dasein und sinnlichen Erfahrungen streben und anstelle von Dukkha im Daseinskreislauf, Nirvana erleben.
Wie lassen sich die drei Daseinsmerkmale beschreiben?
Anicca: Alle Dinge u. Lebewesen in den Daseinsbereichen sind willentliche Gestaltungen (Sankhara) und damit karmisch bedingt entstanden, unbeständig und vergänglich.
Dukkha: Die Anhaftung an Gestaltungen (Dinge u. Lebewesen) in den Daseinsbereichen führt aufgrund von deren Unbeständigkeit und Vergänglichkeit früher oder später zu leidvollen Erfahrungen.
Anatta: Alle bedingten Phänomene (dhamma: alles Erkennbare bzw. Vorstellbare) ist kein Selbst (Ich od. Seele). Insbesondere nicht unsere Daseinsgrundlagen (Körper und Geist nebst Bewusstsein).
Das, was wir als Person empfinden (das Lebewesen Mensch), ist das Ergebnis aus dem Zusammenwirken der fünf Daseinsgruppen (Khandha):
(1) der aus den Elementen Erde (fest), Wasser (flüssig), Wind (gasförmig) und Feuer (Wärme) zusammengesetzten Körperlichkeit,
(2) den Empfindungen, die aus dem als angenehm, unangenehm oder indifferent empfundenen Kontakt der sechs Sinnesorgane (Auge, Ohr, Nase, Zunge, Körper und Geist) mit den sechs Sinnesobjekten (Formen, Töne, Düfte, Geschmack, Berührung und Geistobjekten) entstehen,
(3) der aus dem Kontakt der Sinne und des Denkens resultierenden Wahrnehmung als Vorstellungen von den Sinnes- und Geistobjekten sowie deren Benennung,
(4) den sich daraus ergebenden Gestaltungen (Sankharas: karmisch wirksame Aktivitäten in Gedanken, Worte und Werken), welche die Reaktion des Willens auf die Sinnes- und Geistobjekte verbunden mit Gefühl und Wahrnehmung darstellt, sowie
(5) dem Bewusstsein, resultierend aus dem Kontakt der Sinne mit den Sinnesobjekten sowie dem Geist mit den Geistobjekten (Gedanken, Vorstellungen u. Erinnerungen).
Diese fünf Daseinsgruppen (Khandhas) sind karmisch bedingt in Erscheinung getreten, unbeständig und vergänglich (anicca), durch Identifikation damit früher oder später leidhaft (dukkha) und kein Selbst (anatta).
Wir können die Khandhas als einen biologischen Organismus mit körperlich-geistigen (kognitiven) Funktionen (Gefühlen, Wahrnehmungen, Gestaltungen) und dem daraus resultierenden Bewusstsein betrachten. Wir sind damit vollständig identifiziert und erfahren uns als Ich und Mein in der Welt.
Körper und Geist führen aber auch ein Eigenleben, dass sich unserer Kontrolle entzieht. Identifizieren wir uns damit (das bin ich, das ist mein Körper, meine Gefühle und Gedanken), so unterliegen wir auch all den Unzulänglichkeiten und Leiden (Dukkha), die damit verbunden sind. Darum lehrte der Buddha immer wieder unsere Daseinsgrundlagen wie folgt zu betrachten:
„Das ist nicht mein; das bin ich nicht; das ist nicht mein Selbst“.
Die bedingten Daseinsbereiche, also alles, was aus Ursachen und Bedingungen entstanden, unbeständig und vergänglich ist, ist nicht die Sphäre von Nirvana, welche das Unbedingte und Ungewordene ist. Der Buddha beschreibt dies kurz und prägnant in der nachfolgenden Lehrrede zu den Merkmalen des Gestalteten und Ungestalteten:
Aṅguttara Nikāya
Das Dreier-Buch
47. Das Gestaltete und das Ungestaltete (Saṅkhatalakkhaṇasutta)
„Drei Merkmale des Gestalteten (Sankhata) gibt es, ihr Mönche. Welche drei?
Ein Entstehen (uppāda) zeigt sich;
ein Vergehen (vayo) zeigt sich; und
eine Veränderung, während es fortbesteht (ṭhitassa aññathattaṃ) zeigt sich
Diese drei Merkmale des Gestalteten gibt es, ihr Mönche.
Drei Merkmale des Ungestalteten (Asankhata: Nirvana) gibt es, ihr Mönche. Welche drei?
Kein Entstehen zeigt sich;
kein Vergehen zeigt sich; und
keine Veränderung, während es fortbesteht zeigt sich.
Das Nirvana selbst beschreibt der Buddha dann wie folgt:
Ud.VIII.1 Nibbana 1 - 4
so habe ich gehört: Einst weilte der Erhabene bei Sāvatthi im Jeta-Haine, im Klostergarten des Anāthapindika. Damals aber belehrte, ermahnte ermunterte und erfreute der Erhabene die Mönche durch eine Rede über das Nibbāna. Und die Mönche hörten die Lehre aufmerksamen Ohres, indem sie Acht gaben, es sich vergegenwärtigten und alle Gedanken zusammennahmen.
Da tat der Erhabene, nachdem er erkannt, was dies zu bedeuten hatte, bei jener Gelegenheit folgenden feierlichen Ausspruch:
(Nirvana)
„Es gibt, ihr Mönche, jene Sphäre (tadāyatana),
(Elemente)
wo nicht Erde noch Wasser ist, nicht Feuer noch Luft,
(die vier höchsten bedingten Sphären)
keine Sphäre des unendlichen Raums,
keine Sphäre des unendlichen Bewusstseins,
keine Sphäre des Nichtirgendetwas,
keine Sphäre der weder Wahrnehmung noch der Nicht-Wahrnehmung,
(Diesseits und Jenseits)
weder diese Welt (nāyaṃ loko), noch die Welt dahinter (na paraloko),
weder Mond noch Sonne.
(keine Phasen von Wiedergeburt)
Dort, Mönche, sage ich, gibt es gewiss kein Kommen (āgatiṃ), kein Gehen (gatiṃ), kein Verharren (ṭhitiṃ), kein Vergehen (cutiṃ), keine Entstehen (upapatti).
(keine Daseinsgrundlagen)
Es ist ohne Stütze (appatiṭṭha), ohne Bestand (appavatta), ohne Grundlage (ārammaṇa) ist das;
eben dies ist das Ende des Leidens (esevanto dukkhassā).“
Schwer zu sehen, wahrlich, ist das Ziel (anata),
nicht leicht zu begreifen ist ja die Wahrheit;
überwunden ist der ,Durst’ (nach bedingtem Werden zum Zwecke sinnlichen Erlebens) für den Wissenden;
für den Schauenden ist nicht irgend etwas (Nirvana, das Ungewordene).
Es gibt, ihr Mönche, ein nicht Geborenes, nicht Gewordenes, nicht Geschaffenes, nicht Gestaltetes. Wenn es, ihr Mönche, dieses nicht Geborene, nicht Gewordene, nicht Geschaffene, nicht Gestaltete nicht gäbe, dann wäre hier ein Entrinnen aus dem Geborenen, Gewordenen, Geschaffenen, Gestalteten nicht zu erkennen. Weil es nun aber, ihr Mönche, ein nicht Geborenes, nicht Gewordenes, nicht Geschaffenes, nicht Gestaltetes gibt, darum läßt sich ein Entrinnen aus dem Geborenen, Gewordenen, Geschaffenen, Gestalteten erkennen.
Für das, was abhängig ist (alles in den bedingten Daseinsbereichen), gibt es auch Bewegung (Entstehen, Vergehen und Anderswerden),
für das, was nicht abhängig (also Nirvana) ist, gibt es keine Bewegung (kein Entstehen, kein Vergehen und kein Anderswerden);
wo keine Bewegung ist, ist Ruhe (Frieden);
wo Ruhe ist, ist kein Verlangen (Durst/tanha);
wo kein Verlangen ist; ist kein Kommen und Gehen (gemäß den karmischen Dispositionen in Erscheinung treten);
wo kein Kommen und Gehen ist, ist kein Vergehen und Neuentstehen (von Daseinsgrundlagen, also Körper und Geist);
wo kein Vergehen und Neuentstehen (Wiedergeburt) ist, ist weder ein Diesseits noch ein Jenseits noch (ein Etwas) zwischen beiden;
(die Sphäre von Nirvana ist jenseits der bedingten Daseinsbereiche)
eben dies ist das Ende des Leidens."
Wie machen nur deshalb leidvolle Erfahrungen, weil wir getrieben vom Verlangen nach Werden zum Zwecke sinnlichen Erlebens, mittels unbeständiger und vergänglicher Daseinsgrundlagen (Körper und Geist) in Erscheinung treten und uns damit identifizieren.
Wir leiden aber auch, weil wir an Dingen und Lebewesen haften, die ihrerseits der Unbeständigkeit und Vergänglichkeit unterliegen. Alles, woran unser „Herz“ noch hängt (Erleben, Haben- und Seinwollen) sowie jedes Beharren auf Ansichten, Meinungen, Glaubenssysteme usw. führt zu neuem Werden (Wiedergeburt).
Die Befreiung des Herzens liegt in der Erkenntnis, dass alle Dinge nicht der Mühe wert sind, dafür in Erscheinung zu treten - Nur Nirvana ist Frieden!
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