Thomas Klestil

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Ronald Schwab
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Thomas Klestil

Ungelesener Beitrag von Ronald Schwab » Fr 26. Jun 2020, 09:20

Dramatisches Ende der zweiten und letzten Amtsperiode von Thomas Klestil: Der Bundespräsident brach am Montag in seiner Privatvilla in Hietzing zusammen, sein Herz stand still! Das Staatsoberhaupt wurde reanimiert und ins AKH geflogen. Ärzte kämpfen um sein Leben. Sämtliche Termine anlässlich dem Ende seiner Ära wurden abgesagt.

Am Donnerstag ist die Amtsübergabe mit der Angelobung von Nachfolger Heinz Fischer geplant.

Klestils zwölf Jahre waren von den Polen Macht und Ohnmacht geprägt. Dem ÖVP-Kandidaten, der als Generalsekretär des Außenministeriums einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt war, gelang es, im Präsidentschaftswahlkampf im Frühjahr 1992 den Favoriten und populären SPÖ-Politiker Rudolf Streicher zu schlagen.

Klestils Wahlkampfslogan "Macht braucht Kontrolle" und die Ankündigung, ein aktiver Bundespräsident sein zu wollen, zeigten Wirkung. Bei seiner Wiederwahl 1998 erhielt er von zwei Drittel der Wähler die Stimmen.

Klestil war zunächst ein sehr populärer Präsident. Drei Tage nach der Angelobung am 8. Juli 1992 gab es erstmals einen "Tag der offenen Tür" in der Hofburg. Es folgten noch drei weitere. An den vier Tagen, an denen die Türen der Hofburg geöffnet waren, kamen insgesamt rund 24.000 Besucher in die Räumlichkeiten der Präsidentschaftskanzlei. Ein fünfter Tag der offenen Tür war zum Amtsende geplant, musste aber wegen der angeschlagenen Gesundheit des Staatsoberhauptes abgesagt werden.

Immer wieder gesundheitliche Probleme
Die gesundheitlichen Probleme Klestils begannen 1996. Im September erkrankte er an einer atypischen Lungenentzündung. Im AKH musste er in künstlichen Tiefschlaf versetzt werden - ohne dass die Regierung oder die Öffentlichkeit zunächst informiert worden war. Es folgte eine Lungenembolie im selben Jahr, eine Lungenentzündung und eine Operation an beiden Achillessehnen im Vorjahr.

Klestils Popularität bekam erste Risse mit der Ehekrise. Im Wahlkampf wurde noch die "heile Familie" plakatiert. Eineinhalb Jahre später - im Jänner 1994 - musste Klestil bestätigen, dass seine Frau Edith aus der Amtsvilla ausgezogen ist. Die Neue an der Seite des Präsidentin war dessen Wahlhelferin und Mitarbeiterin in der Präsidentschaftskanzlei, die Gesandte Margot Löffler. Hochzeit gefeiert wurde aber erst im Dezember 1998, ein halbes Jahr nach Klestils Wiederwahl.

Machtkämpfe auf politischer Ebene
Neben den privaten Problemen kam es auch bald zu Konfrontationen auf politischer Ebene. Erster Höhepunkt war der Streit um die Kompetenzen in der EU. Der damalige Bundeskanzler Franz Vranitzky (S) ließ Klestil mit dessen Wunsch, im Rat der EU-Staats- und Regierungschefs Österreich zu vertreten, abblitzen. Auch der Streit um die Teilnahme beim Gipfel auf Korfu ist in Erinnerung geblieben. Klestil durfte den Beitrittsvertrag bei diesem Treffen der EU-Staatschefs nicht unterschreiben, nach Korfu gereist ist er trotzdem.

Die Wogen gingen auch hoch, als Klestil 1994 entgegen den Usancen nicht die Erstgereihte, sondern die drittgereihte Tiroler Juristin Lisbeth Lass zum Ersatzmitglied des Verfassungsgerichtshofes ernannte. Bald darauf wurde dem Bundespräsidenten vom Parlament auch dieser geringe Entscheidungsspielraum genommen.

Gegen FP-Regierungsbeteiligung
Noch deutlicher wurden Klestil die Grenzen seiner Macht vom nunmehrigen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) aufgezeigt. Nach der Nationalratswahl 1999 bildete Schüssel gegen den ausdrücklichen Willen des Bundespräsidenten, der für eine Fortsetzung der rot-schwarzen Koalition kämpfte, eine Regierung mit der FPÖ. Die versteinerte Miene Klestils bei der Angelobung der schwarz-blauen Koalition am 4. Februar 2000 ist jedem politisch Interessierten noch im Gedächtnis.

Selbst nach den Neuwahlen im Herbst 2002 wollte Klestil wieder eine Zusammenarbeit "auf breiter Basis" - also zwischen ÖVP und SPÖ. Herausgekommen ist das schwarz-blaue Kabinett Schüssel II.

Angesehen im Ausland
Beeindruckend in Klestils Bilanz sind seine Auslandskontakte. Der Ex-Diplomat absolvierte mehr als 130 Auslandsbesuche. Historisch war im November 1994 sein Staatsbesuch in Israel, der erste eines österreichischen Bundespräsidenten. In Österreich empfing er mehr als 500 ausländische Staatsgäste in der Hofburg. Zu etlichen Amtskollegen knüpfte Klestil eine persönliche Freundschaft, wie Vaclav Havel und Wladimir Putin.

Bleibende Spuren hinterlässt Klestil auch mit seinem Engagement im Rahmen der Zentraleuropäischen Initiative (CEI). Im August 1994 lud er zum ersten mitteleuropäischen Präsidentententreffen nach Alpbach, das heute zu einer fixen Einrichtung geworden ist. Ein dunkles Kapitel bleiben die Sanktionen der EU-14 nach der schwarz-blauen Wende im Jahr 2000. Klestils Rolle in diesem Zusammenhang ist bis heute umstritten.

Mehr als 1.400 Reden hat die Präsidentschaftskanzlei vom scheidenden Bundespräsidenten archiviert. Seine legendäre Redewendung "mit großer Sorge" fand - zum Missfallen der Hofburg - Einzug in die Kabarett-Szene.

Seine letzte Rede wird er am 8. Juli ablässlich der Verabschiedung im Rahmen einer Festsitzung von National- und Bundesrat im Parlament halten - knapp vor der Angelobung seines Nachfolgers Heinz Fischer. (apa/red)
Ronald Johannes deClaire Schwab
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