Phänomen ,,Concept Creep"
Wörter, die schleichen und wandern
Aus einem aufgeklappten Buch lösen sich Buchstaben und fliegen in die Luft.
Sprache lebt: Wörter und Begriffe können im Laufe der Zeit ihre Bedeutung verändern.
Was ist Concept Creep in der Psychologie?
Der Begriff Concept Creep wurde erstmals von Haslam beschrieben und bezeichnet die allmähliche Ausweitung der Bedeutung von schadensbezogenen Konzepten . Haslam argumentierte, dass mehrere prominente psychologische Konzepte einen Prozess der semantischen Inflation durchlaufen hätten, wodurch sie sich auf ein immer breiteres Spektrum von Phänomenen bezogen.
Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Konzept-Creep ist der Prozess, bei dem schadensbezogene Themen eine semantische Erweiterung erfahren, um Themen einzuschließen, die ursprünglich nicht unter dieser Bezeichnung zu verstehen waren. Es wurde erstmals 2016 von Nick Haslam identifiziert, der seine Auswirkungen auf die Konzepte Missbrauch, Mobbing, Trauma, psychische Störung, Sucht und Vorurteile identifizierte. Andere haben seine Auswirkungen auf Begriffe wie ,,Gaslicht" und ,,emotionale Arbeit" identifiziert. Das Phänomen kann mit dem Konzept der Übertreibung in Verbindung gebracht werden.
Es wurde kritisiert, dass es die Menschen sensibler für Schäden macht und das Denken und Verständnis der Menschen für solche Begriffe verwischt, indem es zu viele Dinge in eine Kategorie einordnet, die nicht in eine Kategorie gehören, und indem es die Klarheit und Spezifität eines Begriffs verliert.
Obwohl sich die anfängliche Forschung zum Thema Concept Creep auf Konzepte konzentrierte, die für die Ideologie der politischen Linken von zentraler Bedeutung sind, haben Psychologen auch Beweise dafür gefunden, dass Menschen, die sich mit der politischen Rechten identifizieren, umfassendere Interpretationen von Konzepten haben, die für ihre eigene Ideologie von zentraler Bedeutung sind (z. B. sexuelle Abweichung, persönliche Verantwortung und Terrorismus).
Laut Haslam gibt es zwei Erklärungen dafür, warum Concept Creep zu einer größeren Sensibilität gegenüber Schäden tendiert: Die erste ist, dass ,,genauso wie erfolgreiche Arten ihr Territorium vergrößern, in neue Lebensräume eindringen und sich an diese anpassen, auch erfolgreiche Konzepte und Disziplinen ihren Bereich in neue semantische Nischen ausdehnen" und die zweite ist, dass ,,die Psychologie eine Rolle in der liberalen Agenda der Sensibilität gegenüber Schäden und der Reaktionsfähigkeit gegenüber Geschädigten gespielt hat ... und ihr erhöhter Fokus auf negative Phänomene ... war symptomatisch für den Erfolg dieser sozialen Agenda."
Bin ich ein Creep?
Eine Person, die als ,,Creep" bezeichnet wird, wird also als unheimlicher Typ gesehen. Meist ist der Ausdruck negativ behaftet und wird abwertend eingesetzt. Ein ,,Creep" ist also zum Beispiel ein ,,Widerling" ist, der einem nicht geheuer ist. Auch aufdringliche Menschen werden ,,Creeps" genannt.
Manchmal finden Begriffe aus der Psychologie ihren Weg in den allgemeinen Sprachgebrauch und ändern dabei ihre Bedeutung – oder weiten sie aus. Das Phänomen wird als ,,Concept Creep" beschrieben und kann positive wie auch negative Folgen haben.
Trauma, Gewalt oder Sucht – Beispiele für Begriffe, die laut Kritikern zunehmend inflationär gebraucht werden. Belegen lässt sich das Phänomen unter anderem für das Wörtchen ,,toxisch": Im digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache (DWDS), das das Vorkommen von Begriffen statistisch erfasst, geht die Kurve für ,,toxisch" ab dem Jahr 2016 steil nach oben. Seither hat sich die Häufigkeit allein in Printmedien verdoppelt.
War es ursprünglich eine Bezeichnung für giftige Substanzen, hat es sich inzwischen auch für die Beschreibung sozialer Verhältnisse und Verhaltensweisen etabliert, von ,,toxischer Männlichkeit" oder ,,toxischen Beziehungen" ist die Rede. Der australische Psychologe Nick Haslam hat für diese Entwicklung 2016 die Bezeichnung ,,Concept Creep" geprägt. Frei übersetzt geht es um ,,schleichende" oder ,,kriechende Begriffe".
Inhalt
Was ist ,,Concept Creep"?
Welche Folgen hat dieses Phänomen?
Warum können Wortbedeutungen wandern?
Warum trifft man so häufig auf das Phänomen?
Wie sollte man mit ,,Concept Creep" umgehen?
Was ist ,,Concept Creep"?
Concept Creep umschreibt das Phänomen, dass Begriffe aus der Psychologie und Therapie ihren Weg in den allgemeinen Sprachgebrauch finden und dabei ihre Bedeutung verändern. Vorrangig tun das Begriffe, die negative Phänomene beschreiben, bei denen jemand zu Schaden kommt – neben den eingangs genannten etwa ,,Missbrauch" oder auch ,,Mobbing".
Der Psychologe Nick Haslam beobachtet eine Ausdehnung solcher Begriffe in zwei Richtungen, ,,horizontal" und ,,vertikal": Horizontal dringen sie in vormals fremde Anwendungsbereiche vor. Vertikal erfassen sie im selben Bereich auch leichtere Fälle. Bei manchen Begriffen passiert beides.
Konzept-Creep ist der Prozess, bei dem schadensbezogene Themen eine semantische Erweiterung erfahren, um Themen einzuschließen, die ursprünglich nicht unter dieser Bezeichnung zu verstehen waren.Es wurde erstmals 2016 von Nick Haslam identifiziert, der seine Auswirkungen auf die Konzepte Missbrauch, Mobbing, Trauma, psychische Störung, Sucht und Vorurteile identifizierte. Andere haben seine Auswirkungen auf Begriffe wie ,,Gaslicht" und ,,emotionale Arbeit" identifiziert. Das Phänomen kann mit dem Konzept der Übertreibung in Verbindung gebracht werden.
Es wurde kritisiert, dass es die Menschen sensibler für Schäden macht und das Denken und Verständnis der Menschen für solche Begriffe verwischt, indem es zu viele Dinge in eine Kategorie einordnet, die nicht in eine Kategorie gehören, und indem es die Klarheit und Spezifität eines Begriffs verliert.
Obwohl sich die anfängliche Forschung zum Thema Concept Creep auf Konzepte konzentrierte, die für die Ideologie der politischen Linken von zentraler Bedeutung sind, haben Psychologen auch Beweise dafür gefunden, dass Menschen, die sich mit der politischen Rechten identifizieren, umfassendere Interpretationen von Konzepten haben, die für ihre eigene Ideologie von zentraler Bedeutung sind (z. B. sexuelle Abweichung, persönliche Verantwortung und Terrorismus).
Laut Haslam gibt es zwei Erklärungen dafür, warum Concept Creep zu einer größeren Sensibilität gegenüber Schäden tendiert: Die erste ist, dass ,,genauso wie erfolgreiche Arten ihr Territorium vergrößern, in neue Lebensräume eindringen und sich an diese anpassen, auch erfolgreiche Konzepte und Disziplinen ihren Bereich in neue semantische Nischen ausdehnen" und die zweite ist, dass ,,die Psychologie eine Rolle in der liberalen Agenda der Sensibilität gegenüber Schäden und der Reaktionsfähigkeit gegenüber Geschädigten gespielt hat ... und ihr erhöhter Fokus auf negative Phänomene ... war symptomatisch für den Erfolg dieser sozialen Agenda."
Ein Beispiel dafür ist der Begriff ,,Trauma": Haslams Analyse von Diagnose-Handbüchern zufolge haben sich die Kriterien dafür seit den 1980er-Jahren stark vertikal ausgeweitet. Vor einigen Jahrzehnten konnte demnach als Auslöser für eine psychische Traumatisierung nur ein ,,Ereignis außerhalb der alltäglichen menschlichen Erfahrung" gelten, wie etwa ein Kriegseinsatz.
Individuell und kollektiv
In jüngerer Zeit dagegen werden auch – vergleichsweise – weniger schwerwiegende Ereignisse berücksichtigt, wie etwa Untreue, Verlust eines geliebten Menschen oder sexuelle Belästigung.
Zugleich sei der Begriff – horizontal – aus dem Bereich der individuellen Psyche hinübergewandert in die Beschreibung kollektiver Erfahrungen, so Haslam – es wird von kollektiven, kulturellen oder historischen Traumata gesprochen. Andere Kritikerinnen der Ausweitung des Trauma-Begriffs verweisen auch auf die Rede vom ,,nationalen Trauma", etwa nach Terroranschlägen.
Welche Folgen hat das?
Der Psychologe Nick Haslam stellt fest, dass der Trauma-Begriff heute ,,viel breiter und vor allem viel subjektiver gefasst" sei als noch vor 30 Jahren. Das mache es schwieriger, klare Kriterien für seine Anwendung zu finden.
Was Haslam für den Trauma-Begriff feststellt, beobachten Kritikerinnen bei der Ausdehnung von Begriffen insgesamt: Diese Entwicklung könne zu einer Verwässerung oder Verharmlosung führen, weil die sprachliche Unterscheidung zwischen unterschiedlich schweren Erfahrungen unterlaufen werde, heißt es. Wenn jede Irritation gleich als Trauma, jeder unangebrachte Witz als Gewalt gilt, entwerte das den Begriff für die Benennung schwerwiegenderer Fälle.
Illustration: Mann mit Angstzuständen berührt seinen Kopf. Um ihn herum eine rote Wolke und ein Hand, die mit dem Finger auf ihn zeigt.
Inflation des Traumabegriffs
Verloren in der Rückschau
Auf einen weiteren Punkt macht der Philosoph Philipp Hübl in seinem Buch ,,Moralspektakel" aufmerksam: ,,Natürlich hat niemand ein Patentrecht auf Begriffe. Man kann sie so weit oder eng fassen, wie man will. Doch die oft unbemerkte Erweiterung suggeriert vielen, die Welt habe sich verschlechtert, obwohl nur die Begriffe erweitert wurden."
Außerdem führe die Entgrenzung von Begriffen zu einer um sich greifenden Pathologisierung: Verhaltensweisen, die vormals bloß als unangenehm oder anstrengend oder schlicht anders wahrgenommen wurden, lassen sich plötzlich als krankhaft umdefinieren – etwa wenn jemand, der gern und viel arbeitet, als ,,Workaholic" bezeichnet wird.
Andererseits kann die Ausdehnung von Begriffen aber auch als Begleiterscheinung und Triebfeder einer begrüßenswerten gesellschaftlichen Sensibilisierung verstanden werden, betont die Publizistin und Philosophin Andrea Roedig. Denn die erweiterten Begriffe machten Fälle von menschlichem Leiden sichtbar, die vor einigen Jahren vielleicht noch unsichtbar geblieben wären.
So könne etwa der Begriff ,,toxisch" manipulatives Verhalten in Beziehungen ans Licht bringen; und der Begriff der ,,psychischen Gewalt" schaffe ein Vokabular für Verletzungen, die schwerer zu erkennen seien als körperliche Wunden.
Warum Wortbedeutungen wandern können
Wieso können Begriffe überhaupt wandern, warum lassen sie sich von einem Kontext in einen anderen transferieren? Das liege an der metaphorischen Verfasstheit von Sprache, erklärt Andrea Roedig: ,,Die meisten Begriffe beruhen ursprünglich auf sinnlichen Erfahrungen und bildlichen Eindrücken, die sich über Analogie, also Ähnlichkeit, auch in andere Bedeutungskontexte übertragen lassen."
Das Wort Trauma etwa bedeutete im Altgriechischen ursprünglich ,,Wunde" im Sinne einer rein körperlichen Verletzung. Im deutschen Sprachgebrauch entspricht dieser Verwendung etwa das ,,Schädel-Hirn-Trauma".
Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde der Begriff dann mehr und mehr als Metapher auch für seelische Verletzungen verwendet, vorangetrieben nicht zuletzt durch die Psychoanalyse. Dass sich der Bedeutungsgehalt und die Definition von Begriffen wandeln, ist also nichts per se Neues.
Warum trifft man so häufig auf dieses Phänomen?
Die Bedeutung von sprachlichen Ausdrücken ist immer schon einem Wandel unterworfen, wie Andrea Roedig unterstreicht: ,,Begriffe haben Konjunkturen und auch eine Halbwertszeit, nach der ihre Nützlichkeit und Erklärungskraft wieder abnimmt."
Angetrieben werden solche sprachlichen Moden vermutlich durch einen psychologischen Effekt, den Philipp Hübl in seinem Buch folgendermaßen beschreibt: ,,Wenn wir stärker auf etwas achten, zum Beispiel auf Gefahren oder Aggressionen, dehnen wir dadurch unsere Begriffe aus." Hübl macht das anhand einer Reihe psychologischer Experimente deutlich:
,,In einer Variante sehen Versuchspersonen unterschiedliche Gesichter auf einem Bildschirm, die sie auf einer Skala zwischen ,sehr bedrohlich' und ,gar nicht bedrohlich' einordnen sollen. Bei jedem Durchlauf geben sie dieselben Einschätzungen. Doch sobald die Probanden immer weniger bedrohliche Gesichter zu sehen bekommen, passiert etwas Merkwürdiges. Plötzlich ordnen sie auch bisher harmlose Gesichter als ,bedrohlich' ein."
Auf einer verrosteten Metallwand ist ein Hinweiszeichen für Mann gesprayt. Es könnte ein Toiletten-Hinweis sein.
Toxische Männlichkeit
Der gleiche Effekt trete auch in der Wissenschaft auf, so Hübl: ,,Begriffserweiterungen lassen sich in Handbüchern der Medizin, in Broschüren von Antidiskriminierungsstellen oder in Forschungsprojekten zur Menschenfeindlichkeit nachweisen." Und zwar, so Hübl, weil die entsprechenden Forschungsrichtungen sich auf bestimmte – relativ gesehen seltene – Phänomene fokussieren, stärker auf sie achten.
Die Eigenlogik der sozialen Medien
Dass sich die Ausweitung von Begriffen in den letzten Jahren und Jahrzehnten beschleunigt zu haben scheint, könnte aber, folgt man Hübl, auch mit der Eigenlogik sozialer Medien zu tun haben und Teil einer – bewussten oder unbewussten – Strategie sein. Denn durch ein möglichst weites Verständnis von Mobbing, Missbrauch oder ,,Mikro-Aggressionen" können immer mehr Menschen und Gruppen sich als Opfer entsprechender Schädigungen ausweisen und dabei moralische Statusgewinne einfahren.
Zugleich kann der Vorwurf entsprechender Schädigungen gegen politische Gegner ins Feld geführt werden. Wohlgemerkt findet sich diese Strategie auf allen Seiten, wie Hübl betont – also im linken wie im rechten politischen Spektrum.
Wie damit umgehen?
,,Begriffe beschreiben und sie erschaffen die Welt, in der wir leben", betont Andrea Roedig. Umso mehr plädiert Roedig für ein bewussteres Sprechen: ,,Sensibilisierung ist durchaus als Kulturleistung zu verstehen – und Worte helfen dabei. Unerlässlich dafür ist aber ein aufgeklärter und kritischer Umgang mit Sprache. Präzise zu formulieren hilft. Und manchmal ist es nötig, nach neuen und auch weniger dramatischen Begriffen zu suchen."
Concept Creep beschreibt ein Phänomen, bei dem die Definition oder Bedeutung eines Begriffs oder Konzepts im Laufe der Zeit immer weiter ausgedehnt wird. Dies führt oft dazu, dass der Begriff mehr und mehr Bereiche umfasst oder in unterschiedlichen Kontexten verwendet wird, als ursprünglich vorgesehen. Das Konzept wird insbesondere in den Sozialwissenschaften, Psychologie und Politik diskutiert und ist auch in anderen Bereichen wie Recht und Medienbeobachtung relevant.
Hier ist ein detaillierter Überblick über das Phänomen ,,Concept Creep":
Concept Creep: Ein Überblick
1. Einführung
Der Begriff ,,Concept Creep" beschreibt die Tendenz, dass Konzepte und Begriffe im Laufe der Zeit an Bedeutung und Reichweite gewinnen, indem sie zunehmend unterschiedliche oder breitere Aspekte abdecken. Dies kann zu einer Erweiterung oder Verschiebung der ursprünglichen Definition führen, was sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich bringt.
2. Merkmale von Concept Creep
2.1. Erweiterung der Definition
Veränderung des Begriffs: Die ursprüngliche Definition eines Begriffs wird zunehmend vager oder umfassender, sodass der Begriff auf immer mehr Situationen oder Phänomene anwendbar wird.
Beispiele: Der Begriff ,,Trauma" hat sich von einer spezifischen psychischen Reaktion auf extreme Ereignisse zu einer breiteren Definition entwickelt, die auch alltägliche Stresssituationen und weniger extreme Erfahrungen umfassen kann.
2.2. Anpassung an neue Kontexte
Anpassungsfähigkeit: Begriffe werden oft an neue soziale, kulturelle oder wissenschaftliche Kontexte angepasst, was zu einer breiteren Anwendung führt.
Beispiele: Begriffe wie ,,Diskriminierung" oder ,,Belästigung" haben sich weiterentwickelt, um neue Formen von Benachteiligung oder ungerechtfertigtem Verhalten zu erfassen, die zuvor nicht als solche angesehen wurden.
3. Beispiele für Concept Creep
3.1. Psychologie und Psychiatrie
Trauma: Der Begriff ,,Trauma" wurde ursprünglich auf schwerwiegende und extrem belastende Ereignisse beschränkt. Heute wird er auch auf weniger schwerwiegende, aber immer noch stressreiche Erlebnisse angewandt, was zu einer breiteren und manchmal vagen Definition führt.
Störungen: Diagnosekriterien für psychische Störungen haben sich in den letzten Jahrzehnten erweitert, sodass neue Symptome und Verhaltensweisen aufgenommen wurden, die früher nicht berücksichtigt wurden.
3.2. Recht und Politik
Hassrede: Der Begriff ,,Hassrede" hat sich von einer klar definierten Form der sprachlichen Gewalt hin zu einem breiteren Begriff entwickelt, der viele Arten von abwertenden Äußerungen umfasst. Dies kann zu unterschiedlichen Interpretationen und rechtlichen Implikationen führen.
Diskriminierung: Die Definition von Diskriminierung hat sich im Lauf der Zeit ausgeweitet, um verschiedene Formen von Ungleichbehandlung und Vorurteilen zu umfassen, die früher möglicherweise nicht als Diskriminierung betrachtet wurden.
3.3. Medien und Gesellschaft
,,Woke": Das Wort ,,woke", das ursprünglich im afroamerikanischen Kontext für ein Bewusstsein für soziale Ungerechtigkeiten stand, wird mittlerweile oft allgemein verwendet und kann unterschiedliche Bedeutungen annehmen, abhängig vom Kontext.
,,Kulturkampf": Der Begriff ,,Kulturkampf" wurde ursprünglich verwendet, um Konflikte zwischen religiösen und säkularen Kräften zu beschreiben, hat sich aber auf eine breite Palette von sozialen und politischen Konflikten ausgeweitet.
4. Ursachen für Concept Creep
4.1. Soziale und kulturelle Veränderungen
Gesellschaftlicher Wandel: Veränderungen in den sozialen Normen und kulturellen Werten können dazu führen, dass Begriffe neu interpretiert oder erweitert werden, um neue Phänomene zu berücksichtigen.
Beispiele: Die zunehmende Sensibilisierung für verschiedene Formen von Diskriminierung und Ungerechtigkeit kann dazu führen, dass Begriffe wie ,,Belästigung" oder ,,Diskriminierung" breiter gefasst werden.
4.2. Wissenschaftlicher Fortschritt
Neue Erkenntnisse: Fortschritte in der Forschung können dazu führen, dass bestehende Konzepte neu bewertet und erweitert werden, um neue Entdeckungen oder Theorien zu integrieren.
Beispiele: Die Weiterentwicklung der Psychologie und Neurowissenschaften hat zu einer erweiterten Definition von Begriffen wie ,,Stress" oder ,,Angst" geführt.
4.3. Politische und rechtliche Entwicklungen
Gesetzgebung: Politische Bewegungen und gesetzliche Veränderungen können dazu beitragen, dass Begriffe in der Gesetzgebung ausgeweitet werden, um neue Formen von Missbrauch oder Ungerechtigkeit abzudecken.
Beispiele: Gesetze gegen Diskriminierung wurden im Laufe der Zeit erweitert, um verschiedene Gruppen und Formen von Benachteiligung zu berücksichtigen.
5. Auswirkungen von Concept Creep
5.1. Positive Aspekte
Inklusivität: Durch die Erweiterung der Begriffsdefinitionen können mehr Menschen und Erfahrungen erfasst und berücksichtigt werden, was zu einer größeren Inklusivität und Gerechtigkeit führt.
Aufklärung: Eine breitere Definition kann dazu beitragen, das Bewusstsein für neue oder weniger erkennbare Probleme zu schärfen und eine offenere Diskussion zu ermöglichen.
5.2. Negative Aspekte
Unklarheit: Die Ausweitung der Begriffsdefinitionen kann zu Unklarheit und Inkonsistenz führen, was die Kommunikation und das Verständnis erschweren kann.
Missbrauch: In einigen Fällen kann die erweiterte Definition eines Begriffs zu seiner missbräuchlichen Verwendung oder Überdehnung führen, was zu Problemen in der Anwendung und Interpretation führen kann.
6. Schlussfolgerung
Concept Creep ist ein bedeutendes Phänomen in der Entwicklung und Anwendung von Konzepten und Begriffen in verschiedenen Disziplinen und Kontexten. Während es dazu beitragen kann, dass wichtige soziale und kulturelle Veränderungen anerkannt und berücksichtigt werden, kann es auch Herausforderungen in Bezug auf Klarheit und Konsistenz mit sich bringen. Ein Bewusstsein für dieses Phänomen kann dazu beitragen, die Entwicklungen besser zu verstehen und mit den damit verbundenen Auswirkungen angemessen umzugehen.
ZitatDieses Referat bietet eine umfassende Erklärung des Phänomens ,,Concept Creep", einschließlich seiner Merkmale, Beispiele, Ursachen, Auswirkungen und der damit verbundenen Herausforderungen
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